Wieso entsteht Hodenkrebs?

Risikofaktoren für Hodenkrebs

  • Alter zwischen 18 und 44 Jahren
  • Hodenfehllage (Kryptorchismus) – auch Hodenhochstand genannt
  • Harnröhrenmündung an der Unterseite des Penis statt an der Spitze (Hypospadie)
  • Geringe Spermienproduktion, die es erschweren, eine Partnerin zu schwängern
  • Abnorme Hodenentwicklung
  • Familiäre Vorgeschichte (Vater oder Bruder hat Hodenkrebs)
  • Ethnische Zugehörigkeit

Wir wissen nicht, was die meisten Hodenkrebserkrankungen verursacht. Aber es gibt einige Riskofaktoren, die das Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken, erhöhen.

Kann man Hodenkrebs vorbeugen, wenn man die Risikofaktoren kennt, die zu Hodenkrebs führen könnten?

Nein, aber es ist gut, diese zu kennen, um damit dein persönliches Risiko besser einschätzen zu können. Falls du ein erhöhtes Risiko hast, solltest du mit deinem Hausarzt oder Urologen sprechen. Wie jeder Mann solltest du einmal im Monat einen Hodencheck durchführen. Lass dir von deinem Arzt zeigen, wie du deinen Hoden checken solltest oder lese hier alles über den Hodencheck.

Wichtig

Verschiedene Krebsarten haben ganz unterschiedliche Risikofaktoren. Auch wenn du mehrere Risikofaktoren hast, bedeutet das nicht, dass du diese Erkrankung bekommst.

Risikofaktoren für Hodenkrebs

Junges Alter

An Hodenkrebs erkranken vor allem jüngere Männer. Bei der Diagnose sind 80% der Patienten unter 50 Jahre alt. Betrachtet man alle Tumordiagnosen bei Männern, dann ist Hodenkrebs mit einem Anteil von etwa 25% die häufigste Krebsart bei Männern zwischen 20 und 44 Jahren.

Inaktiver Lebensstil

  • Frühere Hodenkrebserkrankungen

    Wenn du bereits an Hodenkrebs erkrankt warst, ist dein Risiko, an Krebs im anderen Hoden zu erkranken, um das 12- bis 18-fache erhöht. Das bedeutet, dass ca. 2 bis 5 von 100 Männern mit Hodenkrebs auch im anderen Hoden Krebs entwickeln werden.

    Deshalb ist es wichtig, dass du nach der Behandlung (Operation, eventuell Chemo- und Strahlentherapie) die Nachsorgetermine wahrzunehmen.

  • Junges Alter

    An Hodenkrebs erkranken vor allem jüngere Männer. Bei der Diagnose sind 80% der Patienten unter 50 Jahre alt. Betrachtet man alle Tumordiagnosen bei Männern, dann ist Hodenkrebs mit einem Anteil von etwa 25% die häufigste Krebsart bei Männern zwischen 20 und 44 Jahren.

    Allerdings können Männer jeden Alters an dieser Krankheit erkranken, vom Teenager bist zum Senior. Deshalb ist es wichtig, dass jeder Mann mit Symptomen von Hodenkrebs den Arzt aufsucht.

  • Hodenfehllage (Kryptorchismus)

    Eine Hodenfehllage (Kryptorchismus) ist der wichtigste Risikofaktor für Hodenkrebs. Etwa 10% der Männer mit Hodenkrebs hatten oder haben eine Hodenfehllage.

    Während der Entwicklung eines männlichen Babys in der Gebärmutter, entwickeln sich die Hoden im Bauch des Säuglings. Diese steigen normalerweise bei der Geburt oder im ersten Lebensjahr nach unten in den Hodensack ab. Bei den meisten Männern mit einer Hodenfehllage wandern die Hoden dann während der Pubertät nach unten. Je nach Hodenfehllage wird das Lage als Leisten- oder Pendelhoden bzw. Hodenhochstand bezeichnet.

    Manche Männer müssen operiert werden, um die Hoden zu senken. Dieser Eingriff wird Orchidopexie genannt.

    Das Risiko an Hodenkrebs zu erkranken ist bei Männern größer:

    • bei denen der Zustand nicht korrigiert wird
    • die Hodenfehlage im Alter von 11 bis 13 Jahren noch nicht korrigiert wurde
  • Fruchtbarkeitsprobleme

    Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen haben ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs.
    Die Schlüsselprobleme sind:
    * niedrige Spermienkonzentration
    * Sperma, das sich nicht so viel bewegt wie normal
    * ein hoher Anteil an abnormalen Spermien
    Wir sind immer noch nicht sicher, warum Fruchtbarkeitsprobleme und Hodenkrebs miteinander verbunden sind.
    Es könnte daran liegen, dass Hodenkrebs und Fertilitätsprobleme einige der gleichen Risikofaktoren teilen.

  • Familiengeschichte

    Brüder oder Söhne von Männern, die an Hodenkrebs erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken.
    Männer, deren Vater an Hodenkrebs erkrankt ist, haben ein etwa 4-mal höheres Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken.
Bei Männern mit einem Bruder, der Hodenkrebs hatte, ist die Wahrscheinlichkeit, an Hodenkrebs zu erkranken, etwa 8-mal höher
    Es wird angenommen, dass ein Teil der Risikoerhöhung durch Veränderungen in bestimmten Genen verursacht wird.

  • Kalkeinlagerungen im Hodengewebe (Mikrokalk – Mikrokalzifikation)

    Winzig kleine Kalkeinlagerungen in den Hoden wird als Mikrolithiasis testis bezeichnet. Dieser Mikrokalk wird oft zufällig gefunden. Ärzte diagnostizieren dies in der Regel mit einer Ultraschalluntersuchung, wenn sie Hodensymptome wie Schmerzen oder Schwellungen überprüfen.

    Männern mit Mikrokalk im Hoden, die ansonsten gesund sind, haben kein erhöhtes Hodenkrebsrisiko. Aber Männer, die Mikorkalkablagerungen zusammen mit anderen Hodenkrebs-Risikofaktoren (wie Fruchtbarkeitsstörungen oder Hodenhochstand) haben, haben ein erhöhtes Risiko.

    Es ist schwierig zu wissen, wie viele Männer daran erkrankt sind. Zwischen 2 und 6 von 100 Männern (2% bis 6%) können davon betroffen sein.

    Es gibt keine Leitlinien, wie und wie häufig dein Arzt dich untersuchen sollte, wenn du Mikrokalk im Hoden haben solltest. Dein Urologe sollte die Situation mit dir besprechen.

  • Harnröhrenmündung an der Unterseite des Penis (Hypospadie)

    Manche Männer werden mit einer Harnröhrenmündung an der Unterseite des Penis statt an der Spitze geboren. Diese Anomalie wird als Hypospadie bezeichnet und erhöht das Risiko an Hodenkrebs zu erkranken.

  • Abnorme Zellen im Hoden (Carcinoma in situ, CIS)

    Carcinoma in situ (CIS) bedeutet, dass sich abnorme Zellen im Hoden befinden. Es handelt sich hierbei nicht um Krebs. Normalerweise gibt es keine Beschwerden: keinen Knoten und keine anderen Symptome. CIS wird am häufigsten gefunden, wenn ein Mann eine Hodenbiopsie durchführen lässt, um die Unfruchtbarkeit zu überprüfen.
    Wenn das CIS unbehandelt bleibt, entwickelt es sich bei etwa der Hälfte (50%) der Männer, die es haben, Hodenkrebs. Er kann durch Entfernung des Hodens behandelt werden, um die Entwicklung von Hodenkrebs zu verhindern.

  • Leistenbruch (Inguinalhernie)

    Eine Inguinalhernie ist ein Knoten in der Leistengegend, der dadurch entsteht, dass ein Teil des Darms durch eine Schwäche der Bauchdecke rutscht. Männer, die einen Leistenbruch haben, entwickeln mit größerer Wahrscheinlichkeit Hodenkrebs.

  • Ethnischer Hintergrund

    Hodenkrebs wird in einigen rassischen und sozialen Gruppen mit höherer Wahrscheinlichkeit diagnostiziert. In Großbritannien und den USA haben Männer mit weißer Hautfarbe, kaukasisch) ein höheres Risiko für Hodenkrebs als Männer aus anderen ethnischen Gruppen.

  • HIV oder AIDS

    Männer mit HIV oder AIDS haben ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs. Die meisten Fälle von Hodenkrebs stehen jedoch nicht im Zusammenhang mit einer HIV-Positivität.

  • Körpergröße

    Männer, die größer als der Durchschnitt sind, haben ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs.

  • Faktoren der Schwangerschaft

    Zwischen den 1940er und frühen 1970er Jahren verschrieben Ärzte einigen schwangeren Frauen mit einer Vorgeschichte von Schwangerschaftsproblemen ein Medikament namens Diethylstilbestrol (DES). Es gibt viele Untersuchungen, um herauszufinden, ob die Exposition gegenüber DES in der Gebärmutter das Risiko von Hodenkrebs erhöht.

Umstrittene Risikofaktoren

  • Nicht aktive Lebensweise

    Eine sitzende (nicht sehr aktive) Lebensweise kann das Risiko für Hodenkrebs ebenso erhöhen wie für andere Krebsarten und einen schlechten Gesundheitszustand im Allgemeinen.

  • Hodentraum

    Ein wiederholtes Hodentrauma (statt unvermeidlicher Stöße oder eines einzigen Schlags) kann das Risiko erhöhen. Die jüngste Forschung konzentriert sich jedoch eher auf ein einziges Trauma als auf wiederholte Traumata oder Schläge auf die Hoden.

  • Rauchen von Marihuana

    Mehrere kleinere Forschungsstudien haben auch gezeigt, dass Männer, die regelmässig Marihuana rauchen und Hodenkrebs entwickeln, mit grösserer Wahrscheinlichkeit an einer aggressiveren Form der Krankheit leiden.